Sanftere Behandlung von Spinnenphobie mit wissenschaftlich abgewandelten Computerspielen
Virtuelle Umgebungen werden heutzutage nicht nur in Hollywood bei der Produktion von Filmen verwendet, sondern mehr und mehr auch für therapeutische Zwecke eingesetzt. Seit zehn Jahren setzen amerikanische, italienische und kanadische Psychotherapeuten virtuelle Umgebungen zur Behandlung von Spinnenphobie ein.
Dr. Albert Carlin, Dr. Hunter Hoffman und Dr. Suzanne Weghorst von der University of Washington waren die Ersten, welche 1997 über ihre Ergebnisse in der Nutzung der Virtual Reality-Therapy zur Behandlung von Spinnenphobie berichteten.1) Seitdem gibt es immer mehr Beweise dafür, dass eine Virtual Reality-Therapie zur Behandlung von Spinnenphobie – mit einer Erfolgsquote von rund 85 Prozent – sehr erfolgreich ist.2,3)
Wie das Studienergebnis einer kanadischen Forschergruppe4) jetzt zeigt, können von Phobien geplagte Menschen in den virtuellen Umgebungen von PC-Spielen ihre Ängste in den Griff bekommen. Ein enger Gang in einer unterirdischen Forschungsanlage – plötzlich nähern sich Spinnen dem Spieler. Schon ein gesunder Spieler des Action Games Half-Life® erschrickt vor den virtuellen Spinnen. Noch schlimmer ergeht es jenen, die an einer Spinnenphobie leiden.
Diesen und ähnliche Effekte nutzten die kanadischen Forscher als Erste in modifizierten Computerspielen, um von Spinnenangst geplagte Menschen von ihrer Angst zu befreien. In einer absolut sicheren Umgebung lernen sie ihre Angst in den Griff zu bekommen. Wie das Team um Dr. Stéphane Bouchard von der Universität Quebec berichtet, ermöglichen die wissenschaftlich abgewandelten Computerspiele Half-Life® und Max Payne® betroffene Menschen sanfter von ihrer Spinnenphobie zu befreien.
Ergebnis: Wissenschaftlich abgewandelte Computerspiele sind eine moderne Therapiehilfe zur zeit-, kosten- und aufwandssparenden Behandlung von Spinnenphobien. ... mehr.
Aktuelle Literaturhinweise zum Einsatz der VR-Therapie in der Praxis oder bequem zu Hause am PC:
1) Carlin, Albert, Hoffman, Hunter und Weghorst, Suzanne: Virtual reality and tactile augmentation in the treatment of spider phobia: A case report, in: Behaviour Research and Therapy, 1997, Bd. 35, Heft 2, Seite 153 bis 158. Siehe auch http://www.hitl.washington.edu/research/exposure/. 2) Garcia-Palacios, Azucena, Hoffman, Hunter, Carlin, Albert, Furness, Thomas A. III und Botella, Cristina: Virtual reality in the treatment of spider phobia: A controlled study, in: Behaviour Research and Therapy, 2002, Bd. 40, Seite 983 bis 993. Siehe auch: Downloadable Microsoft Word-Dokument Spinnenphobie.doc (Größe: 98,5 KB).
3) Bouchard, Stéphane, Côté, S., Robillard, Geneviève, St-Jacques, J. und Renaud, Patrice: Efficacy of virtual reality exposure in the treatment of arachnophobia using modified 3D games, in: Behaviour Research and Therapy, 2004, zur Veröffentlichung freigegeben.
4) Robillard, Geneviève, Bouchard, Stéphane, Fournier, Thomas und Renaud, Patrice: Anxiety and Presence during VR Immersion: A Comparative Study of the Reactions of Phobic and Non-phobic Participants in Therapeutic Virtual Environments Derived from Computer Games, in: CyberPsychology & Behavior, 2003, Bd. 6, Heft 5, Seite 467 bis 476.
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